Während die Regierungskoalition das Renteneintrittsalter erhöhen will, befürchten viele Arbeitnehmende, nicht bis zur Regelaltersgrenze in ihrem Beruf durchzuhalten. In der Pflege sind es gar sieben von zehn Beschäftigten.
DGB-Erhebung
40 Prozent der Beschäftigen in Deutschland gehen nicht davon aus, ihren Beruf unter den aktuellen Arbeitsbedingen bis zum Renteneintrittsalter ausüben zu können. Das geht aus einer aktuellen Auswertung des „DGB-Index Gute Arbeit“ zum Thema „Durchhalten bis zur Rente?“ hervor. Für die Erhebung wurden in den Jahren 2022 bis 2026 knapp 28.000 Beschäftigte zu ihren Arbeitsbedingungen befragt.
Die Einschätzung der künftigen Arbeitsfähigkeit unterscheidet sich laut Bericht stark nach Berufsgruppen. In einigen fällt der Blick deutlich pessimistischer aus als im Durchschnitt. So erwarten in der Altenpflege 67 Prozent, in der Krankenpflege sogar 71 Prozent der Beschäftigten, ihren Beruf nicht bis zum Rentenalter ausüben zu können.
Je höher die Belastung, desto pessimistischer der Blick
Wie der Bericht weiter zeigt, gibt es Faktoren, die sich besonders stark auf die Einschätzung der Beschäftigten auswirken. Dabei gilt: Je höher die Belastung, desto pessimistischer die Bewertung. Ausschlaggebend sind insbesondere hohe körperliche Belastung, ständiger Zeitdruck, lange Arbeitszeiten sowie fehlende Handlungsspielräume. Auch fehlende Betriebliche Gesundheitsförderung wirkt sich negativ aus.
Laut Erhebung gilt die Selbsteinschätzung der Beschäftigten als wichtiger Indikator für die Gesundheits- und Belastungssituation von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi sprach angesichts der Daten von einem „bitteren Befund“. Die Regierung dürfe diese Ergebnisse bei ihren Rentenentscheidungen nicht länger ignorieren. „Statt die Messlatte beim Renteneintrittsalter immer höher zu legen, braucht es würdige Übergänge in die Rente und gesündere Arbeitsbedingungen. Es kann niemand wollen, dass sich ganze Generationen krank in die Rente schleppen und dann Abzüge einfach hinnehmen müssen.”



